"Nur wenigen Politikern scheint bekannt zu sein, dass das Grundgesetz in Art. 5 Abs. III nicht nur eine Garantie der Kunstfreiheit enthält, sondern dem Staat auch geboten wird, ein freiheitliches Kunstleben zu erhalten und zu fördern."

Adolf R. Erning Die Großfamilie

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Die Großfamilie

Adolf Erning, 1992
Höhe 1,46 bis 54 cm
Material: Glockenklöppel Stahl

Sie gibt es in unserer all zu „modernen Gesellschaft“ praktisch nicht mehr bzw. kaum noch. Um so reizvoller war es, sie künstlerisch zu erfassen, stammt doch das Ehepaar Erning aus Großfamilien mit jeweils 9 Kindern.

Ein Glücksfall verhalf zu der Darstellung der Großfamilie mit Glockenklöppeln. Glocken waren und sind in der Literatur, Musik und in der bildenden Kunst stets Gegenstand intensiver und fruchtbarer Auseinandersetzung. Wesentlicher Teil der Glocken sind die vielfach in der Form unterschiedlichen Klöppel, die den Schlagring der Glocken „küssen und nicht treten sollen“. Durch diesen Kuss erfahren die einzelnen Klöppel unverkennbare Veränderungen, so dass jeder Klöppel seine „Individualität“ hat. So wie die Klöppel sich voneinander unterscheiden, so sehr unterschiedlich sind Kinder einer Großfamilie. Die Assoziation wird dem intensiven Betrachten der Skulptur in künstlerischer Formsprache spontan vermittelt. Teils streben sie Kinder bereits weg von der Familie, teils bleiben sie als Gruppe noch verbunden zusammen. Zusammengehalten wird die Familie durch die Eltern, zu deren Füßen das jüngste Kind hockt. Die Klöppelform stellt die Mutter mit vergleichbar weichen Formen dar, während des Vaters Männlichkeit durch die glückliche Wahl eines dafür geeigneten Klöppels versinnbildlicht wird.

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